Prädatorenmanagement

Zusammen mit der Jägerschaft Bremervörde lädt die NABU Umweltpyramide am 16.08.2017 um 19 Uhr im Landgasthof Martin (Zeven) zu einem Votrag zum Thema "Prädatorenmanagement in Schutzgebieten" ein:

 

Marcus Henke (Landesjägerschaft Bremen):

Prädatorenmanagement und Wildtierforschung auf den Schutzgebietsflächen des Bremer Blocklandes

 

Die Landesjägerschaft Bremen e.V. initiierte Anfang 2014 verschiedene Prädatorenmanagement-Projekte, durch die das lokale Prädationsgefüge bei den Zielarten der Wiesenbrüter und den Niederwildarten möglichst erklärt und dadurch die Voraussetzungen für eine effiziente Verminderung des Prädationsdrucks geschaffen werden konnten. Dazu gehört ein Projekt des Institutes für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover in Bezug auf Untersuchungen zum Raum-Zeitverhalten des Rotfuchses sowie zwei Projekte der Landesjägerschaft Bremen zur Entwicklung und Herstellung einer geeigneten Fangjagdinfrastruktur zum Management der Zielräuberarten. Diese Projekte fanden in enger Abstimmung, Zusammenarbeit und im laufenden Austausch mit den Wiesenvogelschutzprojekten des BUND im Bremer Blockland statt. Im Vortrag stellt Marcus Henke Methoden, Ziele und Ergebnisse des Prädatorenmanagements sowie daraus entstehende Nutzeneffekte für die Wiesenvogelarten und unsere Niederwildarten vor.

Im Fokus der Untersuchungen steht dabei der Fuchs als Hauptprädator bei vielen Wiesenbrüter- und Niederwildarten. Im Rahmen der Projekte werden Füchse gefangen und mit modernen GPS-Halsband-Trackingsendern versehen, um das Raum-Zeitverhalten insbesondere zur Brut- und Aufzuchtzeit von Wiesenbrütern zu analysieren. Das jeweilige Verhaltensmuster der besenderten Füchse lässt sich mittels dieser modernen Technik nahezu lückenlos aufzeichnen.

Es wird den folgenden Fragestellungen nachgegangen:

·         Wie nutzten Füchse den Raum des Bremer Blocklandes im Jahresverlauf, insbesondere im Frühjahr während der Lege-, Brut- und Aufzuchtphase verschiedener Arten von Wiesenbrütern und des Niederwildes?

·         Lassen sich bestimmte, regelmäßige Verhaltensmuster in Raum und Zeit erkennen?

·         Gibt es Überschneidungen zwischen den Aufenthaltsbereichen bzw. exakten Tracks von Füchsen und den Neststandorten von Wiesenbrütern?

Dieses Projekt läuft von März 2014 bis Dezember 2017. Im bisherigen Projektverlauf konnten sieben Füchse besendert und deren Daten gewonnen werden. Weitere Füchse sollen besendert werden.

Welche Vorteile zeichnen sich nun für die Prädatorenmanagement ab? Die durch das GPS-Tracking gewonnenen Daten liefern in wesentlichen Teilen ganz neue Erkenntnisse über

·         Exakte Laufwege und Verhaltensmuster bei Tag und Nacht

·         die Reproduktionsräume und Tageseinstände der territorialen Füchse

·         Angaben über Reviergrößen und Revierstrukturen

·         Informationen über die Reviergebundenheit der territorialen Fuchsfähen

Diese Erkenntnisse flossen in die Planungen für das jüngste Projekt „Prädatorenmanagement – Fangjagd 2016/17“ der Landesjägerschaft Bremen e.V. ein und bestimmen maßgebliche Veränderungen und neue Herangehensweisen bei der Fuchsbejagung im Rahmen des Prädatorenmanagements.

Dies führte nachweislich zu einer ganz wesentlichen Reduzierung der Prädationsraten an den Wiesenvogelgelegen im Projektgebiet, was jetzt erstmalig anhand von verschiedenen über den gesamten Projektverlauf gesammelten Daten des BUND Bremen und der Landesjägerschaft Bremen aufgezeigt werden kann.

 

Landesjägerschaft Bremen e. V.
Carl-Schurz-Straße 26a
28209 Bremen

Marcus Henke
Vizepräsident
Tel.: 0421 – 34 19 40
Mobil: 0171 - 582 52 92
Email:
marcus.henke@lj-bremen.de
Web: www.lj-bremen.de

 

Ansprechpartner für die Fuchstelemetrie:

Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
Bischofsholer Damm 15
30173 Hannover

Dipl.-Biol. Ulrich Voigt
Tel.: +49 511 856-7549
Email: ulrich.voigt@tiho-hannover.de
Web: www.tiho-hannover.de

 

 

Um Anmeldung in der NABU Umweltpyramide wird gebeten.

NABU Umweltpyramide | S. Kasnitz | 04761.71330 | S.Kasnitz@NABU-Umweltpyramide.de