Wieder NABU-Pflanzentag in Wilstedt

Der Pflanzentag des NABU Bremervörde-Zeven in Wilstedt ist inzwischen eine liebgewonnene Tradition geworden. „Es war schön zu erleben, dass viele Menschen in den vergangenen beiden Jahren mit uns ins Gespräch über naturnahe Gartengestaltung gekommen sind “, freuen sich Renate Warren und Walter Lemmermann vom Vorstand des Naturschutzverbands. „Deshalb bieten wir auch dieses Jahr am 20. Juni von 14 bis 17 Uhr beim Milchkontor in Wilstedt wieder einen bunten, informativen Nachmittag für Naturgarteninteressierte an.“

 

Mitglieder der Naturgarten AG im NABU Bremervörde-Zeven werden an etlichen Ständen heimische Pflanzen aus den eigenen Gärten präsentieren und verschenken. Es werden Stauden, Kräuter oder Zwerggehölze vorgestellt, die kostenlos mitgenommen oder getauscht werden können. Fachleute für Botanik werden alle Fragen rund um Naturgartenbepflanzung und -gestaltung beantworten. Kinder können mit regionalem Saatgut und selbstgezogenen Setzlingen das Eintopfen üben, und es wird Bastelmöglichkeiten zum Thema Schmetterlinge geben. Auch über den Schutz von Wildbienen wird es reichlich Informationen geben. „An diesem Tag soll nichts verkauft werden“, betont der NABU Vorstand, „sondern unser Motto lautet: informieren, schenken, tauschen, spenden.“ 

 

 

Auch Naturgartenfreunde von außerhalb des NABU sind eingeladen, am 20. Juni mit einem eigenen Stand dabei zu sein und eigene Pflanzen abzugeben oder zu tauschen. „Es geht uns darum, die Naturgartenidee zu fördern und zu zeigen, dass der eigene Garten zu einem kleinen Paradies vor der Haustür werden kann.“

 

Der Besuch des NABU-Pflanzentags kann zudem nebenan im Milchkontor mit einem leckeren Eis versüßt werden.

 

Bei Fragen bitte gerne wenden an [email protected] .


Gut besuchte Jahreshauptversammlung

Bild 1, 2: Walter Lemmermann übernimmt die Ehrungen von Dirk Israel und Bettina Schroeder. 3: M. Vogelsang mit Präparat vom Steinkauz.

Fotos: Renate Warren

Wie jedes Jahr im Frühjahr hat der NABU Bremervörde-Zeven auch in diesem März wieder nicht nur seine Mitglieder, sondern auch zahlreiche Ehrengäste zu seiner Hauptversammlung eingeladen. „Selbstverständlich sind auch Nichtmitglieder immer willkommen“, betont Walter Lemmermann, der 1. Vorsitzende des Naturschutzverbandes. „Unsere jährliche Versammlung ist eine herzliche Einladung an alle, uns und unsere mannigfaltige Arbeit für Natur, Klima und Umwelt kennenzulernen.“

 

Für den gesamten Vorstand des NABU Bremervörde-Zeven war es eine besondere Freude, dass etliche Gäste aus Politik, Kreisverwaltung, Jägerschaft und dem Landvolk anwesend waren. Walter Lemmermann begrüßte besonders den Landrat Marco Prietz, den Leiter des Naturschutzamtes Christoph Kundler, den Landtagsabgeordneten Dr. Marco Mohrmann, den Landvolkvorsitzenden Alexander von Hammerstein, Behlke Mohrmann von der Jägerschaft Zeven, Reinhard Lindenberg von der AG Osteland, Birgit Gramkow aus der Samtgemeinde Selsingen, Simone Kasnitz aus der Gemeinde Gnarrenburg sowie Heike Vullmer und Volker Kullik von der Stiftung Naturschutz im Landkreis Rotenburg.

 

In seinem Grußwort wies Marco Prietz auf die aktuellen Herausforderungen im Landkreis ROW in Hinblick auf die Bereitstellung von Flächen für erneuerbare Energien hin. Noch in diesem Jahr soll ein entsprechend aktualisiertes Regionales Raumordnungsprogramm verabschiedet werden. Er bedankte sich ausdrücklich für die fachlich fundierten Stellungnahmen des NABU Bremervörde-Zeven und die gute Zusammenarbeit mit dem Naturschutzverband. „Das sehe ich auch von unserer Seite so“, bestätigte Walter Lemmermann. „In einzelnen Themen muss man nicht immer einer Meinung sein, aber die gegenseitige Wertschätzung ist die beste Basis für ein Vorankommen in unseren gemeinsamen Aufgaben.“

 

In seinem Bericht über das vergangene Jahr 2025 stellte Lemmermann die immer größer werdenden Tätigkeitsbereiche für den Naturschutzverband dar:

 

Renaturierungsmaßnahmen auf eigenen Flächen, Meldung von Umweltvorgängen an das Naturschutzamt oder an die Wasser- und Abfallbehörde, Mitwirkung bei der Erstellung eines Klimafolgenanpassungskonzeptes im Landkreis, vermehrte Anfragen von Privatpersonen und öffentlichen Unternehmen, Kommunen und Vereinen zur naturnahen Gestaltung von Gärten, Friedhöfen, Grünanlagen und Betriebsflächen, zudem eine Häufung von Anfragen zum Schutz von Bäumen – um nur einen Teil zu nennen. Daneben gab es die Jubiläumsaktion zum fünfzigjährigen Bestehen des NABU Bremervörde-Zeven mit einem Kinderfest in der NABU Umweltpyramide, die Aktivitäten der Naturgarten AG unter der Leitung von Renate Warren, diverse Vorträge mit ausgesuchten Referenten, Exkursionen sowie Mitmachaktionen in der freien Natur.

 

Ein wie immer erfreulicher Teil der Jahreshauptversammlung war die Ehrung von Mitgliedern des NABU Bremervörde-Zeven: Dieses Mal wurden Dirk Israel und Bettina Schroeder für ihren langjährigen, unermüdlichen und immer ehrenamtlichen Einsatz für viele Themen rund um den Naturschutz geehrt und bekamen dafür einen verdienten Extra-Applaus vom Publikum.

 

Zur Abrundung des Abends gab es einen Film über ein Wiederansiedlungsprojekt von Steinkäuzen durch die Jägerschaft Aurich in Ostfriesland. „Ich habe Michael Vogelsang letztes Jahr während unserer Teilnahme am Apfeltag in Badenstedt kennengelernt“, stellte Renate Warren den Wildtierfotografen und Referenten vor. „Er hat an dem Tag so tolle Fotos von Steinkäuzen und von dem ganzen Projekt gezeigt, dass ich spontan beschlossen habe, ihn zu uns einzuladen.“

 

Nach der offiziellen Schließung der Versammlung durch Walter Lemmermann standen die Gäste noch lange Zeit beieinander und diskutierten über den Abend oder stellten Michael Vogelsang Fragen zum Steinkauzprojekt.

 

Das Jahr 2026 ist noch jung, aber der Kalender füllt sich bereits mit Terminen zu vielen neuen Aktionen und Themen rund um den Naturschutz. Jeder und jede ist herzlich willkommen, einmal unverbindlich an einer Vorstandssitzung teilzunehmen oder bei einer der vielen anderen Aktivitäten den NABU Bremervörde-Zeven mitzumachen.

 

Der Tätigkeitsbericht kann hier eingesehen werden.

 

 


L(i)ebenswertes Osteland

ÖNSOR präsentiert verschiedene Lebensräume des „Ostelandes“ im Rathaus in Selsingen

Eröffnung der Ausstellung, von links: Walter Lemmermann (Vorsitzender NABU Bremervörde-Zeven), Reinhard Lindenberg (AG Osteland), Sarina Pils (Leiterin ÖNSOR), Gerhard Kahrs (Samtgemeindebürgermeister Selsingen), Jan-Hauke Jannssen (Praktikant ÖNSOR); Foto: Iris Mahnken

Die Ökologische NABU-Station Oste-Region (ÖNSOR) lädt zu einer Ausstellung über besondere Lebensräume der Osteregion ein. Die Wanderausstellung entstand im Zuge des Projektes „Osteland: Erleben – Verstehen – Schützen“ und wurde in Kooperation mit dem NABU Bremervörde-Zeven e.V., dem Landkreis Rotenburg (Wümme) sowie der
Arbeitsgemeinschaft Osteland e.V. erstellt.

„Im „Osteland“ kommen vielfältige Lebensräume nebeneinander vor und ist damit schon etwas Besonderes“, schwärmt Sarina Pils, Leiterin der ÖNSOR. „Hier kommen nicht nur intensiv genutzte Flächen vor, sondern auch eine Reihe von artenreichen (Feucht-) Grünlandflächen, Magerrasen, Heiden und Wäldern mit zum Teil seltenen und gefährdeten Arten“, so Pils weiter. Gemeinsam mit dem Naturschutzamt, privaten oder öffentlichen Flächeneigentümern, dem NABU und anderen Akteuren führt die ÖNSOR im Schutzgebiet umfangreiche Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zur Aufwertung dieser Lebensräume und zum Schutz bedrohter Arten durch. Für die ÖNSOR spielt dabei die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Akteuren eine besondere Rolle.

„Die Ausstellung vereint den nachhaltigen Naturschutz und den sanften Tourismus im Osteland“, ergänzt Claus List, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Osteland. Für Claus List gehört Erhalt und Schutz der einmaligen Flusslandschaft und die Bewahrung der Lebensqualität seiner Bewohner zu den Vereinszielen. „Um das Verständnis für den Schutz von Arten und Lebensräumen zu wecken und zu fördern, spielt das Naturerlebnis und die Umweltbildung eine besondere Rolle“, erklärt Walter Lemmermann, Vorsitzender des NABU Bremervörde-Zeven. Damit verweist er auf das NABU-Motto „Nur, was man kennt, kann man schützen“ und freut sich über die Präsentation der Ausstellung.
„Die Ausstellung fördert das Kennenlernen verschiedener Lebensräume und Arten, die Sensibilisierung für die Umsetzung von Natur- und Artenschutzmaßnahmen und bestenfalls das ehrenamtliche Engagement. Gleichzeitig wird die Akzeptanz für die Ausweisung von Schutzgebieten gefördert“, ergänzt Lisa Benecke, Mitarbeiterin des Naturschutzamtes und zuständig für das Naturschutzgebiet „Oste mit Nebenbächen“.


Die Ausstellung kann bis zum 09.04.2026 im Rathaus, Hauptstraße 30, in Selsingen besucht werden. „Wir freuen uns, dass die ÖNSOR auf uns zugekommen ist. Gerne stellen wir unsere Räumlichkeiten dafür zur Verfügung“, freut sich Samtgemeindebürgermeister Gerhard Kahrs.


Vortrag über den Vogel des Jahres 2026

Moritz Otten erzählt über das Rebhuhn, am 03. März um 19.00, Bürgerhaus Gnarrenburg

Moritz Otten                                                                                                                  Das Rebhuhn (NABU/Hermann Hirsch)

Kaum ein heimischer Brutvogel hat in den vergangenen Jahrzehnten derart im Bestand abgenommen wie das Rebhuhn: seit 1980 sind die Bestände des kleinen Hühnervogels in Deutschland um besorgniserregende 90 % zurückgegangen. Um auf die starke Gefährdung der Art hinzuweisen, hat der NABU das Rebhuhn zum Vogel des Jahres 2026 gekürt.

 

Am Dienstag, den 03. März um 19 Uhr, stellt der Vogelkundler Moritz Otten die Feldvogelart in einem reich bebilderten Vortrag im Bürgerhaus in Gnarrenburg vor.

 

„Die Probleme des Rebhuhns stehen sinnbildlich für diejenigen der gesamten Brutvogelgemeinschaft in der Agrarlandschaft“, erläutert Moritz Otten. „Aufgrund der fortschreitenden Intensivierung der Landnutzung fehlen ihm heutzutage einerseits sichere Brutplätze wie breite Feldraine, offene Wiesen und Brachflächen, andererseits finden seine Jungvögel kaum noch genügend Futter.“

 

Als ehemaliger Steppen- und Waldsteppen-Bewohner Mitteleuropas bis nach Asien wurde das Rebhuhn durch eine sich ausweitende Landwirtschaft zum Kulturfolger. Aber immer seltener könne man in den frühen Morgen- und den späten Abendstunden die raue Stimme der Hähne hören, beschreibt Ornithologe Otten den alarmierenden Populationsrückgang des Rebhuhns.

 

Doch mit welchen Maßnahmen lässt sich dem entgegenwirken? Nicht nur auf diese Frage wird Moritz Otten am Vortragsabend eingehen. Vielmehr gibt er auch praktische Tipps zur Bestimmung, zur Beobachtung sowie zur Erfassung von Rebhühnern.

 

„Wir vom NABU Bremervörde sind sehr froh, dass Moritz trotz seines übervollen Terminkalenders noch im März diesen eindrucksvollen Bildervortrag für uns anbietet,“ betonen die beiden Vorsitzenden Walter Lemmermann und Renate Warren. „Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt, denn jetzt im Frühjahr beginnt die Balz, und die Vögel sind um diese Jahreszeit aktiver und deshalb am ehesten zu beobachten.“

 

Referent Moritz Otten ist Biologe und arbeitet für das Gutachtenbüro BIOS in Osterholz-Scharmbeck. Gemeinsam mit Robin Maares leitet er die Faunistische Arbeitsgruppe im Landkreis Rotenburg (Wümme). Das Rebhuhn ist ihm während des Studiums besonders ans Herz gewachsen, als er sich ehrenamtlich an Erfassungen im Göttinger Rebhuhnschutzprojekt beteiligte. Heute nimmt er am bundesweiten Rebhuhn-Monitoring des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA) teil.


Klimawandel und die Folgen für die Menschheit

Vortrag von Prof. Dr. Pörtner, 06. März um 19 Uhr im Bürgerhaus Gnarrenburg

Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner
Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner

Im Mai 2024 und dann wieder im November 2025 gab es in der Bremervörder Zeitung Artikel von Professor Hans-Otto Pörtner vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut zum Thema Klimawandel. Dort beschrieb er die Auswirkungen auf die Menschheit im Falle eines Scheiterns bei den Klimaschutzzielen. 

„Diese Artikel waren so eindringlich, dass wir vom NABU Bremervörde-Zeven uns vorgenommen haben, Professor Pörtner zu einem Vortrag zu ebendiesem Thema einzuladen. Wir sind sehr dankbar, dass er unsere Einladung angenommen hat“, betonen Walter Lemmermann und Renate Warren, die beiden Vorsitzenden des Naturschutzverbands.

 

Hans-Otto Pörtner hatte schon im ersten Artikel unter anderem erwähnt, dass die Klimaziele „alle gerissen“ worden seien, weil Unternehmer ihr Geschäftsmodell mit fossilen Energien nicht aufgeben und Politiker aus Angst um Wählerstimmen nicht das Notwendige tun wollen. Seit über einem Jahr ist ein amerikanischer Präsident an der Macht, der Erneuerbare Energien als „Betrug des Jahrhunderts“ bezeichnet, und in Deutschland ist eine Frau Wirtschaftsministerin, der zur Lösung der Klimakrise nur neue Gaskraftwerke einfallen. „Man hat immer noch das Gefühl, dass einige Leute die Wichtigkeit – die existenzielle Bedrohung durch den Klimawandel – noch nicht verstanden haben, weil ihnen das Wasser nicht morgen in die Wohnzimmer schwappt“, resümiert der Professor die Haltung vieler politisch Verantwortlicher weltweit.

 

Selbst bei einem Temperaturanstieg von nur 1,5 Grad würde es „global ungemütlich“, so der Klimawissenschaftler, „aber wir laufen eher auf 3 Grad zu.“ Was der dadurch ansteigende Meeresspiegel gerade auch für die Region Bremerhaven bedeuten würde, möchte man sich gar nicht vorstellen. Bis zu sieben Meter hält Hans-Otto Pörtner für nicht unwahrscheinlich.

 

„Wir entscheiden heute, wie die nächsten Generationen auf dieser Erde leben können.“ Bereits heute sei der Klimawandel teurer als die Maßnahmen zum Gegensteuern, betont er, und stellt die nicht nur rhetorische Grundsatzfrage: „Was gibt es da noch zu überlegen?“

 

Professor Pörtner ist Meeresforscher und Spezialist auf dem Gebiet der marinen Ökophysiologie und der Folgen des Klimawandels. Er baut auf Jahrzehnten wissenschaftlicher Tätigkeit zu den Auswirkungen von Klimaerwärmung, Ozeanversauerung und Mangel an Sauerstoff auf die marinen Ökosysteme auf. Er ist gewähltes Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften, des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen der Bundesregierung (WBGU) und gehört seit 2018 laut Web of Science zu den meist-zitierten Forschern auf seinem Gebiet.

 

In seinem Vortrag wird Prof. Pörtner aus den Berichten des Weltklimarates sowie aus den Erfahrungen der Weltklimakonferenz COP 30 in Brasilien im November 2025 ein aufrüttelndes Bild zum Klimawandel und seinen Auswirkungen entwickeln. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.